
– ROTE EMMA
Die Rote Emma ist eine Erdäpfelsorte. Angelehnt an seine rotschalige Namensgeberin, die hier einst zu ebener Erde kultiviert wurde, rückt das Konzept des Wohnquartiers im 22. Wiener Gemeindebezirk die regionale und soziale Verwurzelung in den Fokus.
Im Schaffen von alltagsgerechter Wohnqualität basiert das als bewegtes Quartier realisierte Projekt auf drei Kernideen: Erstens sah der Entwurf vor, den Wohneinheiten eine längere Fassade mit einem zusätzlichen Fenster zu geben, an der im Inneren wiederum ein flexibel nutzbares Bonuszimmer eingezogen werden kann. Zweitens wurden Balkone in der Roten Emma stets als vollwertige grüne Räume im Freien ausgebaut, die die eigenen vier Wände durch Windschutzwand und Pflanztrog in den Außenbereich verlängern. Drittens wurden im Erdgeschoß Räume geschaffen, die durch vielfältige kulturelle, soziale und kommerzielle Angebote einen wertvollen Beitrag zum städtischen Miteinander leisten.
Zusätzlich zu öffentlichen Einrichtungen wie der lokalen Volkshochschule mit zusätzlichem Veranstaltungsraum, einem Kindergarten, einem großen Gemeinschaftsraum oder einem Blumen- und Gemüsegeschäft beherbergt die durchgängig mit einer Raumhöhe von vier Metern ausgeführte Sockelzone für die Bewohnerinnen und Bewohner auch gemeinschaftlich nutzbare Räume mit Waschgelegenheit und Freiflächenbezug.
In den Obergeschoßen jedes Baukörpers sind weiters Kinderwagenabstellräume und separat anmietbare Coworking Spaces situiert. Ganz oben wiederum befinden sich allgemein zugängliche Dachgärten, die sich in Typologie und Nutzung an der lokalen Landwirtschaft orientieren und die verbaute Fläche als Grünraum ausgleichen. Die Pergolen mit Photovoltaikanlagen bieten witterungsgeschützte Rückzugsorte und Möglichkeiten zum Gärtnern: Was hier geerntet wird, kann im Erdgeschoß sozial nachhaltig verkauft werden. Die Häuser sind als Hybride Konstruktion mit Holzaußenwänden errichtet und leisten auch damit einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft.
So ist sie also, die Rote Emma: umweltsensibel, naturverbunden, geerdet.
Als eines der größten Holzhybridprojekte Europas macht die Rote Emma deutlich, wie die Verzahnung einer klaren Grundtypologie mit vorgefertigten Holzbauelementen und einem integrierten Bauablauf zu neuen Effizienz- und Qualitätsmaßstäben führt. Das vorgelagerte Holzregal aus Stützen, Unterzügen und Balkonplatten kleidet das darunterliegende System aus massivem Sockel, Stahlbetonskelett und nichttragenden Holzriegelaußenwänden dabei nicht nur in ein materialästhetisch zeitgemäßes Gewand. Der hohe Vorfertigungsgrad bedeutete außerdem eine integrierte Baulogik, in der Holz- und Massivbauelemente parallel montiert wurden und durch neue Planungs- und Abstimmungsprozesse in erhöhter Präzision in der Ausführung, kurzen Bauzeiten und einer reduzierten Belastung für das Umfeld resultierten. Ergänzend dazu wurden die Stahlbetondecken für Heizung und Kühlung aktiviert und konstruktive und energetische Funktionen somit in einem System zusammengeführt.
- ArchitekturARGE Gerner Gerner Plus AllesWirdGut
- Team WettbewerbOliver Gerner
Lydia Hutter
Michael Doppler
Julian Lichtmannegger
Joachim Baliko - Projekt TeamJulia Haranza
Herta Frischenschlager
Marilies Frei
Mario Bauer
Daniela Podpera
Hanna Ernstbrunner
Thomas Santner
Zoltan Adorjani - Wettbewerb2020 - 1.Preis
- Baubeginn2024
- Fertigstellung2026
- AuftraggeberBWSG
MIGRA - BGF45.260 m²
- Wohneinheiten360 + KiGa + VHS + Verbrauchermarkt
- LandschaftsplanungCarla Lo Landschaftsarchitektur, Wien
- Bauphysik & Brandschutzplanungb-lab ZT GmbH, Wien
- Elektro- , Haustechnik-, & TragwerksplanungDr. Ronald Mischek ZT GmbH, Wien
- Soziale NachhaltigkeitSonja Gruber
- LeitsystemIsolde Fitzel
- Bilder tschinkersten fotografie
- VisualisierungARGE Gerner Gerner Plus AllesWirdGut
- Modellmattweiss













