
– STADT
An der lebendigen Flanke des Wiener Stadtentwicklungsgebiets „Village im Dritten“ bildet das Wohnensemble STADT mit vier Gebäuden unterschiedlicher Wohnqualitäten einen markanten Schlusspunkt des neuen Quartiers. Gemeinsam entwickelt mit heri&salli steht das Wohnprojekt für ein soziales und ökologisches Zusammenleben. Als erstes Gebäude dieser Größenordnung mit Urin-Separationsanlage in Europa zeigt es pionierhaft, wie ökologische Kreisläufe innerhalb des geförderten Wohnbaus umgesetzt werden können und einen wichtigen Beitrag zum Thema Abwassermanagement leisten.
Das Ensemble reagiert einerseits auf die „laute“, aber auch lebendige, städtebauliche Situation mit der angrenzenden Bahntrasse und Straße, andererseits auf die, auf Grund der Gebäudehöhe, reizvolle Situation der Westorientierung und Abendsonne. Je nach Position und Orientierung der Gebäude werden unterschiedliche Grundrisse entwickelt. Durchgesteckte Wohnungen und Maisonetten in den Holzhybridbauten werden durch mit zweigeschossige Townhouses mit jeweils eigenem Eingang ergänzt.
Neben attraktiven, flexiblen Wohnungen und zuschaltbaren Einheiten wird der Fokus auf Junges Wohnen gelegt. Mit 127 Wohnungen, Kleingewerbe und Büroflächen bildet der heterogene Wohnbau und ruhige Innenhof einen abwechslungsreichen Lebensraum – mit vorausschauendem Blick auf flexible Lebensumstände. Alle Gebäude sind in beinahe jedem Geschoss durch begrünte Freiräume oder über die Dachgärten miteinander verbunden und befördern einen Austausch unter der Bewohnerschaft.
Die Bedeutung und Notwendigkeit ökologischer und sozialer Ansätze im Hinblick auf zukunftsfähige Quartiersentwicklung werden auf unterschiedlichen Ebenen vermittelt: Großzügige Frei- und Gemeinschaftsräume, ein Jugendtreff, und ein Öko-Spielplatz dienen als Treffpunkt innerhalb der Hausgemeinschaft und darüber hinaus. Des Weiteren bilden ein Quartierskino und alternative Mobilitätskonzepte einen bauplatzübergreifenden Attraktionsmoment für das gesamte Quartier und die städtische Nachbarschaft. Mit der Volkshilfe Wien konnten wir einen sozialen Partner für das Quartier gewinnen.
Durch den speziellen Fokus auf soziale und ökologische Aspekte ist es das erste Gebäude dieser Größenordnung in Europa, das eine Urin-Separationsanlage beinhaltet. Gerade für schnell wachsende Metropolen ist eine getrennte Abwasserentsorgung entscheidend, um langfristige Belastung und Schäden an umliegenden Wasserflächen zu vermeiden. Das verbaute Urin-Trenn-WC save! wurde gemeinsam vom österreichischen Designstudio EOOS, LAUFEN, und dem Wasserforschungsinstitut Eawag der ETH-Zürich entwickelt.
Der Dünger, der hier durch die Aufbereitung des abgetrennten Urins gewonnen wird, soll wiederum für die Kultivierung der hauseigenen Grünanlagen verwendet werden. So werden nicht nur wertvolle Ressourcen wie Phosphor und Stickstoff zurückgewonnen und wiederverwendet, sondern auch Kläranlagen entlastet und die Nährstoffübersättigung der Umwelt reduziert.
- ArchitekturGERNER GERNER PLUS.
heri&salli - Team WettbewerbOliver Gerner
Lydia Hutter
Julian Lichtmannegger
Joachim Baliko
Moriz Brinks
Matthias Nemestothy - Projekt TeamMatthias Bresseleers
Jonathan Holl
Judith Wenzl
Bianca Inculet
Benjamin Matijasevic
Philipp Hammesfahr
David Freund - Wettbewerb2021 - 1.Preis
- Baubeginn2022
- Fertigstellung2025
- AuftraggeberARWAG Living in Town GmbH
- BGF15.084m²
- Wohneinheiten127 + MA11
- LandschaftsplanungCarla Lo Landschaftsarchitektur, Wien
- Soziale Nachhaltigkeitart: phalanx Kommunikationsagentur GmbH
- HaustechnikTB Obkircher OG
- Bauphysik & BrandschutzplanungKERN+INGENIEURE ZT GmbH
- FotosGERNER GERNER PLUS. | Zoltan Adorjani








